Bluthochdruck: Früh erkennen, Risiko senken

Bluthochdruck bleibt oft unbemerkt, kann aber schwere Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall haben. Wie man seinen Blutdruck mit Ernährung, Bewegung und Entspannung senken kann.

Samira Würsch

21. Juli 2026

Eine lächelnde medizinische Fachkraft misst den Blutdruck eines Mannes mit einem Monitor in einem hellen, sonnendurchfluteten Raum. Der Mann wirkt während der Untersuchung entspannt und zufrieden.
Bluthochdruck bleibt häufig lange unbemerkt. (Symbolbild: Adobe Stock)

Hypertonie, also ein zu hoher Blutdruck, kann schwerwiegende Folgen haben und ist ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über 50 % der Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung, denn Hypertonie verursacht oft keine oder nur unspezifische Symptome.

Aber mit gesunder Ernährung, Bewegung und Sport lässt sich vieles verbessern. Bei Verdacht auf Bluthochdruck sollte frühzeitig die Ärztin oder der Arzt konsultiert werden – für Empfehlungen zu Lebensstil und Blutdrucksenkern.

Welche Ursachen hat Bluthochdruck? Und welche Risikofaktoren sollte man beachten, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen? 

Zu den häufigen Spätfolgen gehören Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Nierenschäden und Gefässverkalkung (Arteriosklerose). Bluthochdruck ist mitverantwortlich für ca. 13 % aller Todesfälle weltweit. Eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 10 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule, Druckeinheit zur Messung von Blutdruck) reduziert das Schlaganfallrisiko um ca. 40 % und das Herzinfarktrisiko um ca. 20–25 %. 

Warum Bluthochdruck tückisch ist 
Er bleibt häufig lange unbemerkt, weil er meist keine Symptome zeigt. Verursacht wird er durch Stress und einen ungesunden Lebensstil – die Ursachen liegen oft im Alltag.

Wichtige Risikofaktoren sind: 

  • Bewegungsmangel: Als Mangel gilt laut der WHO (Welt Gesundheitsorganisation), wer weniger als 150 Minuten moderate körperliche Aktivität oder weniger als 75 Minuten intensive Aktivität pro Woche erreicht. 
  • Übergewicht: Gesundheitsförderung Schweiz definiert Übergewicht mit einem BMI (Body Mass Index = Körpergewicht / Körpergrösse im Quadrat) von 25 oder mehr. 
  • salzreiche Ernährung: Die WHO empfiehlt eine Salzeinnahme von höchstens 5 Gramm pro Tag. 
  • hoher Alkoholkonsum: Es gibt keine genaue Definition von übermässigen Alkoholkonsum. Eine Definition von Berner Gesundheit bezeichnet 2 Getränke bei Frauen und 4Getränke bei Männern täglich als chronischen Alkoholkonsum.  
  • Rauchen: Wie die WHO definiert, ist jede Menge an Tabakkonsum schädlich. Ob tägliches oder gelegentliches Rauchen – beide Personengruppen gelten gemäss einem Bericht von The Lancet als Raucher. Je öfters, desto höher der Risikofaktor. 
  • chronischer Stress: Hält Stress über Wochen oder Monate an und führt zu Symptomen, spricht man von chronischem Stress. 
  • genetische Veranlagung: Die Gene können beeinflussen, wie der Körper Fett speichert, Stoffwechselprozesse verarbeitet und auf Stress reagiert. Die Genetik löst nicht unbedingt eine Krankheit aus, kann jedoch die Wahrscheinlichkeit erhöhen.  
  • zunehmendes Alter: Zu einer typischen Definition von höherem Alter gehört 65+. Wobei das BAG (Bundesamt für Gesundheit) Personengruppen über 75 Jahre als vulnerablere Gruppen für Studien nutzt. 

Wie man den Bluthochdruck senkt – ganz ohne Medikamente 
Mit gesunder Ernährung, Bewegung und Sport kann einiges verbessert werden. 

Tipps, um den Blutdruck im Alltag zu senken: 

  • Salzaufnahme: Empfohlene Menge in der Schweiz: < 5 g/Tag. Tatsächlich werden ca. 9–10 g/Tag eingenommen. 
  • Körperlich aktiv bleiben: Regelmässige Bewegung senkt den Blutdruck im Durchschnitt um 5–8 mmHg. Die WHO empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate körperlicheAktivität pro Woche. 
  • Gesunde Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht können schon 5–10 % Gewichtsreduktion den Blutdruck signifikant senken. Den BMI kann man etwa auf der Website von Gesundheitsförderung Schweiz errechnen. 
  • Lebensstil: Stress aktiviert dauerhaft das Herz-Kreislauf-System. Gezielte Entspannung wirkt dem entgegen. 

Diese Grenzwerte gelten für Erwachsene 
Mit folgenden Werten arbeiten Ärztinnen und Ärzte: 

  • Normal: < 120/80 mmHg  
  • Erhöht: 120–129/< 80 mmHg 
  • Bluthochdruck: ≥ 140/90 mmHg 

Bluthochdruck ist gut behandelbar, aber nicht heilbar. Am effektivsten ist eine Kombination aus Lebensstiländerung und Medikamenten. Nicht zuletzt lässt sich mit regelmässiger Blutdruckmessung Bluthochdruck früh erkennen.