KI im Gesundheitswesen: Wie Compassana Innovation und Verantwortung verbindet
Fünf Ebenen der KI-Strategie von Bluespace Ventures und Compassana

Künstliche Intelligenz hat im Gesundheitswesen grosses Potenzial. An ihrem Beitrag zur Wertschöpfung bestehen kaum noch ernsthafte Zweifel. Zugleich stehen vor allem grosse Sprachmodelle technisch noch am Anfang. Sie können falsche Aussagen als gesicherte Fakten darstellen, sogenannte Halluzinationen. Auch Verzerrungen können sich unbemerkt in Entscheidungen fortsetzen.
Wer im Gesundheitswesen arbeitet, kennt diese Risiken ebenso wie die Chancen. Für Bluespace Ventures, das Unternehmen hinter Compassana, geht es deshalb zuerst darum, die Voraussetzungen für einen sicheren und wirksamen KI-Einsatz zu schaffen. Risiken müssen beherrschbar bleiben. Die Wertschöpfungskette muss so neu geordnet werden, dass KI dort wirkt, wo sie tatsächlich Nutzen bringt. Die KI-Strategie des Unternehmens ist hochgradig anpassungsfähig und setzt auf fünf Ebenen an, die aufeinander aufbauen. Auf der Produktebene zeigt sich schliesslich, wie konsequent das Unternehmen seine Massstäbe umsetzt, wenn Nutzerinnen und Nutzer unmittelbar betroffen sind.
1. Klare Regeln für Mitarbeitende
Bluespace Ventures hat seine IT-Sicherheitsrichtlinien um eine interne KI-Compliance-Regelung ergänzt, bevor ein KI-Tool zum Einsatz kam. Sie regelt, wie Mitarbeitende KI-Werkzeuge nutzen dürfen, und schützt sie durch klare Vorgaben. Damit schafft sie Gestaltungsspielraum innerhalb eines klaren rechtlichen Rahmens. Zugleich verhindert sie, dass vertrauliche oder personenbezogene Informationen auf Umwegen in die Trainingsdaten fremder Anbieter gelangen.
Begleitende Briefings hatten das Ziel, ein gemeinsames Verständnis und belastbare KI-Kompetenz aufzubauen. Art. 4 der EU-KI-Verordnung (KI-VO) verlangt diese Kompetenz inzwischen ausdrücklich. Nötig war sie bereits zuvor, weil Mitarbeitende täglich mit KI-Werkzeugen in Berührung kommen. Dieser Rahmen, die Governance, bildet die Voraussetzung dafür, dass weitere KI-Anwendungen zulässig sind.
2. Ein KI-Team für wirksame Anwendungen
Auf dieser Grundlage wurde ein internes KI-Team aufgebaut. Es untersucht systematisch, wo entlang der Wertschöpfungskette ein KI-Einsatz einen Nutzen verspricht, der den Aufwand rechtfertigt. Das Team testet geeignete Werkzeuge, passt sie an und stellt sie intern bereit, wenn sie sich bewähren.
Im Marketing und in der Kommunikation ermöglichen spezialisierte KI-Tools kreative Arbeiten, die zuvor zu aufwendig gewesen wären. Für strukturierte Arbeitsabläufe nutzt das Team agentische KI, um Prozesse differenziert und sicher umzusetzen. Die Erprobung richtet sich konsequent nach der wirtschaftlichen und technischen Effizienz jedes Einsatzes.
3. Strenge Massstäbe im Management
Darauf aufbauend sind die Management-Systeme von Bluespace Ventures ein besonders ergiebiges Einsatzfeld. Sie sichern Qualität, Datenschutz, Informationssicherheit und Service-Management auf dem Niveau, das eine professionelle Gesundheitslösung wie Compassana voraussetzt. Weil diese Systeme die Verlässlichkeit des Unternehmens tragen, gelten für die unterstützende KI strengere Anforderungen als in anderen Bereichen.
Die KI-Systeme müssen faktentreu sowie frei von Halluzinationen und Verzerrungen sein. Auch lokale Sprachmodelle kommen bei Bedarf infrage. Die Systeme müssen durchgängig protokolliert werden und durch eine im Audit prüfbare Versionierung nachvollziehbar bleiben.
Ein Marketingtext verzeiht einen gelegentlichen Fehler. Ein Qualitäts- oder Datenschutzsystem tut das nicht. Die sorgfältige technische Ausgestaltung sichert das Vertrauen aller, die Compassana privat oder beruflich nutzen.
4. Ada als geprüftes Medizinprodukt
Compassana hat schon sehr früh den KI-gestützten Ada-Symptomcheck integriert. Das Medizinprodukt wurde nach besonders strengen Richtlinien getestet. Seine behördliche Zulassung erhielt es erst nach Fachtests und dem Nachweis seiner Funktionstüchtigkeit und Erfolgssicherheit.
Für gängige universelle Sprachmodelle gelten diese Qualitätskriterien nicht. Ein allgemeines LLM liefert eine mögliche Antwort; Ada eine, die einem sorgfältig geprüften und nachvollziehbaren Verfahren folgt. Dieser Unterschied trennt ein Medizinprodukt von einem allgemeinen Assistenzwerkzeug.
5. Die Nutzerautonomie bleibt massgeblich
Weitere Ergänzungen für Compassana sind in Vorbereitung. Dabei gilt: Nutzerinnen und Nutzer entscheiden selbst und autonom über ihre personenbezogenen Gesundheitsdaten und wer über sie verfügen darf. Es erfolgt weder ein Datenrückfluss an Versicherungen noch an KI-Systeme. Die Anwendungen werden transparent und zweckgebunden ausgestaltet und erst nach Einwilligung der betroffenen Personen aktiviert. Diese Vorgaben gelten ebenso für professionelle Nutzerinnen und Nutzer von Compassana Med und ihre berufliche Autonomie.
Die rechtliche Grundlage bilden insbesondere die Vorgaben des Datenschutzgesetzes (DSG). Dazu gehören das Profiling und insbesondere das Profiling mit hohem Risiko nach Art. 5 lit. f und g DSG. Art. 22 Abs. 2 DSG regelt die Pflicht zur Datenschutz-Folgenabschätzung beim Einsatz neuer Technologien.
Wenn automatisierte Entscheidungen Rechtsfolgen für Einzelne haben, sind nach Art. 21 DSG die Information der betroffenen Person und eine menschliche Prüfung vorgesehen. Zusätzliche Orientierung bieten Grundrechte-Folgenabschätzungen, wie sie das risikobasierte Konzept der EU-KI-VO etwa in Art. 27 vorsieht.
Was das für Compassana bedeutet
Die fünf Ebenen greifen ineinander. Die IT-Sicherheitsrichtlinie schafft den Rahmen, in dem das KI-Team wirksame Einsatzfelder findet. Die Management-Systeme setzen den höchsten Qualitätsmassstab um, weil sie die Verlässlichkeit des Unternehmens tragen, auf der das Vertrauen in Compasana aufbaut. Ada zeigt, was ein reguliertes Medizinprodukt von einem allgemeinen Sprachmodell unterscheidet. Die rechtliche Absicherung der Nutzerautonomie hält die Verfügungsgewalt über Gesundheitsdaten bei den Nutzerinnen und Nutzern.
In der Praxis heisst das: Compassana setzt KI dort ein, wo sie nachweislich den grössten Nutzen bei geringstem Risiko bringt. Jede neue Anwendung durchläuft vor dem Start dieselbe Prüfung auf Governance, Qualität und die Einwilligung der Nutzerinnen und Nutzer.


